Ein Drama in drei Akten

(Ich weiß, das ist ungewöhnlich. Normalerweise sind es fünf. Aber zum Glück in diesem Falle nicht. Ich glaube das hätte ich nicht ausgehalten.) 


Akt 1 

Früher dachte ich, deutsche Bürokratie sei schlimm. Der Meinung bin ich immer noch, ich habe nur gelernt, dass mexikanische Bürokratie nicht unbedingt so viel besser ist. Vor allem, wenn man über kein bürokratisches Spanisch verfügt und deswegen die Kopfzeile der Website nur so halb versteht… upsi. Wobei, eine noch größere Herausforderung war peinlicherweise die Ich-bin-kein-Roboter-Überprüfung. Ich bin belastend oft daran gescheitert- dabei hätte ich schwören können, die Buchstaben richtig eingetippt zu haben…

Roboterüberprüfung (Zu meiner Verteidigung: die “Rätsel” waren schon nicht ganz leicht… Hier ein Screenshot als Beweis)

Ehem, aber zurück zum Thema. Nach vielen Versuchen, Nachfragen und Google-Anfragen, wie man PDF-Dokumente verkleinert (man musste einen Scan vom Pass hochladen. Diese Datei durfte maximal 1 MB groß sein. Meine ursprüngliche Datei war 1,2 MB groß. Man würde denken, dass es nicht so schwierig ist, diese Datei in 0,2 MB zu verkleinern. Es ist schwierig.) stand dann endlich ein Termin Ende Juni. 

… das einzige Problem: mir fehlte noch ein zentrales Dokument. 

Ich hatte gehofft, es bis dahin zu bekommen.  Ich lag falsch. Also musste ich diesen Visatermin absagen. 

… Zum Glück ging das deutlich schneller als ihn zu machen. 


Akt 2 

Was macht man, wenn der erste Versuch, ein Visum zu bekommen gescheitert ist, weil bestimmte Unterlagen fehlen und man diese immer noch nicht hat? 

Genau- man ignoriert dieses Problem und macht einfach noch mal einen Termin.  Und hofft, dass es diesmal besser wird. 

Ich habe genau das getan.

Klugerweise habe ich mein genau 1 MB großes Passfoto natürlich nicht gesichert. Also durfte ich diesen ganzen Spaß noch einmal machen. 

Die restliche Beantragung des Termins ging aber zum Glück deutlich schneller- Erfahrung hilft hier wirklich, wer hätte es gedacht…

Am Abend davor habe ich dann alle Unterlagen noch einmal durchgesehen, auf Vollständigkeit überprüft und geordnet- ich war bestens vorbereitet, nun konnte nichts mehr schiefgehen.  … dachte ich zumindest. 

Voller Zuversicht bin ich zur mexikanischen Botschaft gefahren (wäre dabei fast in die Botschaft von Senegal daneben spaziert, weil ich dachte die mexikanische Flagge würde zu diesem Haus gehören) und habe der Dame am Empfang meinen Namen und meinen Termin verkündet.  

Sie guckt auf den Terminplan. Dann guckt sie mich verwirrt an. Ich gucke verwirrt zurück. 

Ich stehe dort nicht. 

Ich will ihr die Terminbestätigungsmail zeigen. 

Dort ist mein Termin, bestätigt.  Für den Donnerstag in einer Woche

Kleinlaut verlasse ich die Botschaft.  Bis zum nächsten Mal.


Akt 3 

Auch den zweiten Termin musste ich übrigens absagen, da ich an dem Donnerstag nicht in Berlin war. 

Also durfte ich mir einen dritten Termin machen- an dieser Stelle eine Entschuldigung an das Team der mexikanischen Botschaft für die vielen gecancelten Termine. Es war nicht meine Absicht, jemanden zu verwirren. Ausnahmsweise mal. 

Inzwischen war ich ein wahrer Profi im Umgang mit dieser Website und der Termin war im Minutentempo gemacht. 

Die letzte Herausforderung war es nun, alle Dateien im Voraus per Mail an die Botschaft zu senden. Und da Gmail eine Obergrenze für die Größe von Mails hat durfte ich natürlich wieder- ihr habt es erraten- PDFs verkleinern (und in einen ZIP- komprimierten Ordner packen- danke, Informatik LK, das du mir beigebracht hast, wie das geht). 

Der eigentliche Visa- Termin verlief im vergleich zum Rest des gesamten Prozesses sehr glatt. Außer das ich mich auf dem Rückweg ein bisschen in der Botschaft verirrt habe und (gefühlt) fast nicht mehr rausgekommen wäre. 

Wie ihr an dem Fakt, dass ich diesen Text schreibe, sehen könnt, habe ich dann doch noch einen Ausgang gefunden. 

Jetzt besitze ich ein vorläufiges mexikanisches Visum, was ich dann vor Ort noch einmal verlängern muss- hoffen wir, ich stelle mich diesmal kompetenter an…