Über eine fehlende Stimme, immer noch viel zu wenig Arbeit und einen kleinen Einblick in das Krankenhaus des CRM


Montag

Diese Woche hat wunderbar angefangen: gleich Montag früh war meine Stimme weg. Vollkommen weg. Ich habe wirklich keinen Ton heraurausbringen können.

Das hat natürlich die Kommunikation mit allen etwas erschwert…

Generell war Montag also ein eher… ruhiger Tag.


Dienstag

Am Dienstag, dem Vorabend zum Día de la Independencia, war es zum Glück schon wieder besser (auch wenn ich mich immer noch wie eine halbtote Krähe angehört habe…)

An diesem Tag hat Mague uns mit zur Kirmes bei ihrer Uni genommen- ich habe mich so unglaublich fehl am Platz gefühlt.

Warum? Weil ich (auf anraten Magues hin!) eine klassische mexikanische Bluse anhatte. Und damit total overderessed war.

… wie ein klassischer Tourist. (Jaja, ihr bekommt ein Foto, schon gut)

Die Erfahrung war aber trotzdem schön- vor allem, weil wir auf der Kirmes gefrühstückt haben und Mague, die dort als Lehrerin arbeitet, uns eine exklusive Tour über das Gelände gegeben hat. So konnten wir z.B. die Halle sehen, in der die Studenten ihren Abschluss erhalten und umsonst ein ‘Pan Dulce’ (also, ein süßes Brötchen) mit Zuckerguß in den Farben Mexikos essen.

Nachdem wir wieder nach Hause zurückgekehrt sind, haben wir uns erst einmal eine Pause gegönnt- in dieser habe ich mir ein Heft zu Dengue-Fieber von unserer Abteilung beim CRM durchgelesen.

Das war zwar glaube ich eigentlich für Kinder gedacht, aber so konnte ich zumindest gut den Inhalt verstehen- der tatsächlich sehr interessant war. Wusstet ihr, dass Dengue von der Mücke Aedes Aegypti übertragen wird, und das diese Mücke hauptsächlich in und um Häuser herum brütet?

Später sind Mague, Klara und ich zum Zócalo gefahren, um den Grito zu erleben.

Die Sicherheitsvorkehrungen dort waren schon beeindruckend- viele Straßen waren abgesperrt, sodass wir erst einmal einen Weg zum Hauptplatz finden mussten. Darüber hinaus war die Armee sehr präsent (und ich muss zugeben, es macht mich schon nervös, einen Mann mit einem großen Maschinengewehr in der Nähe stehen zu sehen- aber das ist vermutlich mit der Sinn der Sache…) und wir mussten durch Metalldetektoren treten, um zum Zócalo zu gelangen.

Dort haben wir uns erst einmal Churros gekauft (ich liebe diese Dinger zu sehr! 😊) und dann den Grito und die Feuerwerke bestaunt.


Mittwoch

Diesen freien Tag habe ich ganz unspektakulär dazu genutzt, mit Freunden und Familie zu telefonieren, mit unseren drei Hunden Gassi zu gehen und den Park bei uns in der Nähe, den ‘Parque de los Fuertes’, zu erkunden. Ein Kaktus aus dem Parque de los Fuertes. Warum? Ich finde ihn einfach toll.


Donnerstag

Nach dem wöchentlichen Besuch im Waschsaloon sind Klara und ich das erste Mal zu Fuß zum CRM gelaufen- das sind ca. 35 Minuten Fußweg durch den Park, hinzu angenehm bergab, rückzu … sportlich bergauf.
Ein Blick über Puebla von unserem Weg zum CRM

Hier haben wir dann statt der eigentlich geplanten Arbeit in der Katastrophenprävention eine Führung durch das Krankenhaus des CRMs bekommen. Das war sehr interessant, auch wenn ich hier gemerkt habe, wie wenig medizinisches Vorwissen ich habe- bei vielen Räumen, wie z.B. den OP- Räumen, habe ich höchstens eine ungefähre Vorstellung, was genau hier getan wird und wofür jeder Gegenstand da ist.

Genauere Infos zum Krankenhaus folgen, sobald ich dort wirklich arbeiten kann- drückt mir die Daumen, dass das bald ist. Unser Koordinator Memo hat zumindest angedeutet, dass wir in näherer Zukunft bei Sprechstunden mithelfen können und uns vielleicht sogar zusätzlich in eine Rettungssanitäterschulung dazusetzen können.

Ich zumindest würde mich sehr darüber freuen!


Freitag

Mein Highlight dieses Tages war das Joggen im Park los Fuertes.

Mein Low der Versuch, Klara mit zu ihrer Spanischstunde zu begleiten, damit sie danach den Weg kennt.

Wir haben uns so verfahren, dass wir statt einer Stunde über zwei gebraucht haben und für den letzten Teil der Strecke einen Uber nehmen mussten.

Die Details werden mit dem Mantel des ewigen Schweigens bedeckt…


Samstag

Heute mussten wir 04:45 Uhr aufstehen.

Das lag daran, dass wir mit dem CRM nach Izúcar de Matamoros (ja, die Stadt ist nach einem der im Grito erwähnten Helden benannt) gefahren sind. Mehr Details gibt es hier.

Nachdem wir (müde 😅) aus Izúcar zurückgekommen sind und sehr leckere Quesadillas von Mague gegessen haben, sind Klara und ich noch in ein nettes Café im Parque de los Fuertes gegangen. Der Schokokuchen :))))

Danach habe ich in meinem Zimmer etwas Tolles gefunden: ein Whiteboard. Ich wollte schon immer eines haben!

Jetzt hängt es neben meinem Bett, ich freue mich schon darauf, immer etwas Neues dort aufzuschreiben. 😊

Mein Plan, wegen des Schlafmangels der Nacht davor früh ins Bett zu gehen, ist übrigens spektakulär gescheitert.

Das lag einerseits daran, dass es (je nach Perspetive!) keine gute Idee ist, nachts ein zu spannendes Buch in die Hand zu nehmen und andererseits auch daran, dass ein lautgestelltes Handy wegen der Mitbewohnerin, die ausgegangen ist, leider bei jeder Nachricht klingelt, nicht nur bei solchen von besagter Mitbewohnerin…

So ist aus dem geplanten 00:00 Uhr doch 04:30 Uhr geworden. Aber psssst…


Sonntag

Wie ihr euch vielleicht schon denken könnt, sind ziemlich viele meiner Pläne für Sonntag ins Wasser gefallen.

Das lag einerseits daran, dass ich bis Mittags geschlafen habe (ey, ich musste das nachholen!) und auch daran, dass sich die Regenzeit so richtig bemerkbar gemacht hat.

Stattdessen habe ich heute also einen gemütlichen Tag zu Hause verbracht und schreibe z.B. gerade diesen Eintrag.


Fazit der Woche

Gerade freue ich mich vor allem auf die Aussichten, in Zukunft mehr beim CRM machen zu können.

Auch die besonderen Erlebnisse wie der Grito oder der Ausflug nach Izúcar haben mir sehr gefallen. Langsam fühle ich mich so, als würde ich mich hier einleben- obwohl ich natürlich immer noch Probleme mit Spanisch und vor allem mit dem öffentlichen Verkehrsystem habe. Außerdem vermisse ich die deutschen Süßigkeiten

Aber nichts, was sich nicht in Zukunft lösen lassen kann.

Bis dahin: Macht´s gut, Leute, hab euch lieb und bis bald ❤️ 🫶