Über die Erinnerung an ein Erdbeben
Izúcar de Matamoros ist eine Stadt im Staat Puebla, die ungefähr 60 Kilometer südwestlich und 1.000 Höhenmeter niedriger als die Stadt Puebla (ich weiß, es ist ein bisschen verwirrend 😅) liegt.
Diese Stadt wurde besonders heftig vom Erdbeben der Stärke 7,1 (die Skala geht von 2,0 bis 10,0) am 19. September 2017 getroffen, da sie nur rund 25 Kilometer vom Epizentrum entfernt lag.
Für einen Überblick: die Lage von Puebla, Mexiko City, Izúcar und dem Epizenzentrum des Bebens 2017
Für viele Menschen dort (und im Bundesstaat Puebla generell) ist die Erinnerung an dieses Beben immer noch sehr traumtisierend, da es viele mehr oder weniger unvorbereitet bzw. sehr überraschend (größtenteils auf Arbeit, da es 13:14 erfolgte) getroffen hat und große Zerstörung anrichtete- auch das Gebäude des Roten Kreuzes Delegación Izúcar wurde durch das Beben stark beschädigt und musste abgerissen und neu erbaut werden.
Heute, am Samstag, neun Jahre nach der Katastrophe, fand hier eine Erinnerungszeremonie sowie eine Erdbebenübung statt, der wir als CRM Delegación Puebla beiwohnen durften.
Über die Veranstaltung beim CRM Delegación Izúcar de Matamoros
Um 06:00 Uhr ging es mit dem Van des CRM Delegación Puebla von deren Hauptquartier aus los- Klara und ich sind dafür kurz vor fünf aufgestanden und halb sechs müde losgelaufen.
Der Popocatepetl vom Autofenster aus- schon krass, einen aktiven Vulkan zu sehen...
Nach knapp zwei Stunden Fahrt sind wir dann in Izúcar de Matamoros angekommen- und ehrlich gesagt habe ich von der Hinfahrt nicht so viel mitbekommen, weil ich (vergeblich 🥲) versucht habe, zu schlafen…
Nach einer Führung von der Juventud, also der Jugendorganisation dieses CRMs, durch das (neue) Gebäudes des Roten Kreuzes und Kennlernspielen auf dem Dach fing die Veranstaltung so richtig an.
Es wurden Reden gehalten, von denen wir aber leider nicht viel mitbekommen haben, weil wir am Getränkestand etwas weiter entfernt eingeteilt waren und gerade Orangenlimonade angerührt haben.
Danach haben die anderen Freiwilligen als Erinnerung an das Erdbeben vor neun Jahren und die darauf folgenden Aufräumaktionen die Umgebung sauber gemacht.
… Während wir am Getränkestand standen, gequatscht haben und die ausliegenden Bonbons probiert haben. Eigentlich hätte ich auch gerne beim Aufräumen mitgeholfen, vor allem weil der Getränkestand mit sieben Leuten definitiv überbesetzt war, aber alle schienen so beschäftigt zu sein, dass ich nicht fragen wollte…
Naja, buchen wir das alles unter “Konversationen auf Spanisch übern und internationale Kontakte knüpfen” ab. 😅
Blick über Izúcar de Matamoros vom Dach des CRM Izúcar aus gesehen
…und die Erdbebensimulation
Hierfür wurden wir alle wieder ins Gebäude des CRM Izúcar geführt.
Anschließend wurde der (simulierte) Alarm ausgelöst, und wir mussten alle möglichst schnell, aber geordnet das Haus verlassen und uns zu einem Sammelplatz davor begeben.
Im Laufe dieser Simulation habe ich einige Interessante Dinge über Erdbeben gelernt:
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Normalerweise bietet der Alarm nur 30- 40s Vorwarnzeit. Das heißt, nur wenn man sich im Erdgeschoss oder im ersten Stock befindet, sollte man überhaupt versuchen, das Haus zu verlassen
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Man soll tatsächlich verletzte Personen (grundsätzlich, es gibt natürlich immer Ausnahmen) einfach dort lassen, wo sie gerade sind, vor allem auf Treppen o.Ä., um diese nicht zu blockieren. Die Rettung ist Aufgabe des entsprechenden Personals
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Oft ist Mexiko City aufgrund seiner Lage in einem trockengelegten See auch bei großer Entfernung vom Epizentrum mit am stärksten betroffen, weil diese Art Boden die Erschütterungen verstärkt.
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Mexiko ist seismisch gesehen besonders aktiv, da es in der Nähe von gleich fünf Erdplatten liegt.
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Drei von vier der schweren Erdbeben von Mexiko in mehr oder weniger junger Zeit fanden im September statt- und zwei von diesen sogar an einem 19. September! (1985 und 2017). Dazu kommt noch ein weiteres starkes Beben am 19. September 2022. Wissenschaftlich gibt es keine Erklärung dafür, warum sich an diesem Tag die Erdbeben derart häufen- die Wahrscheinlichkeit eines dritten Bebens an diesem Tag lag übrigens nur bei 0,0008 %.
Insgesamt starben bei beiden Beben über 10,000 Menschen- bei den früheren Beben jedoch deutlich mehr als bei späteren, was die Wichtigkeit von Übungen und Vorsichtsmaßnahmen unterstreicht.
Übrigens gab es heute auch einen offiziellen Probealarm für Erdbeben von Seiten der mexikanischen Regierung her.
Um Punkt 12:00 Uhr klingelten alle Telefone mit einem durchdringenden Warnton.
Da wir zu dieser Zeit aber schon im Van zurück nach Puebla waren, und empfohlen wird, im Auto zu bleiben, haben wir diesen größtenteils ignoriert.
Und noch ein paar letzte Infos über Izúcar de Matamoros
… Ja, es ist nach dem mexikanischen Nationalhelden Matamoros benannt.
Und natürlich nach Zucker, auf Spanisch ‘Azúcar’. Die Stadt ist nämlich für die Produktion einer besonderen Art von Rohrzucker bekannt.
In der unteren Hälftedes Bildes könnt ihr das erwähnte Zuckerrohr erahnen- das Foto habe ich nur schnell aus dem Autofenster geschossen
Sonst kann ich leider auch nicht viel mehr über Izúcar sagen (außer, dass die Delegación des CRMs dort wirklich toll ist und einen beeindruckenden Job macht), da wir nur kurz dort waren und nicht viel von der Stadt sehen konnten…
Das war’s von mir, alle Liebe und bis bald!! ❤️ 🫶
Elisabeth